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Kampfmannschaft

Die Rückkehr des Roli K.

Spiel Eins nach dem Trainerwechsel: Mit einem Heimspiel gegen die SV Ried versucht der FC Wacker Innsbruck wieder die Füße auf den Boden zu bekommen. Zurück an seine alte Wirkungsstätte Tivoli Stadion kehrt nun Tirols Fußball-Urgestein Roland Kirchler zurück. Der dreimalige österreichische Meister versucht seinem neuen Team die nötige Frische einzuhauchen.

Ein neuer Anfang

Turbulent ging es in den letzten beiden Wochen zu im Tivoli Stadion. Die deutliche Niederlage in der Südstadt nahm Eigendynamik an und die schon mehrmals diskutierten personellen Veränderungen wurden schließlich Wirklichkeit: Am 12. Oktober endete die vierjährige Ära des Walter Kogler. Zu erdrückend war die Bilanz, die dem Tiroler Traditionsverein wie ein Stein im Magen zu liegen scheint. Elf Niederlagen in zwölf Partien sprechen eine deutliche Sprache und die selbst verordnete Neuaufsetzung des wackeren Spiels im September vermochte nicht die erhoffte Trendwende herbeizuführen. Die Zeit zum Handeln war gekommen: Nach der Beurlaubung von Walter Kogler übernahm Wacker-II-Coach Werner Löberbauer interimistisch die Verantwortung und versuchte die Mannschaft bestmöglich auf das Spiel gegen Ried vorzubereiten, bis Roland Kirchler in dieser Woche sein neues Amt antrat. Immerhin kann sich Löberbauer eine makellose Bilanz bescheinigen lassen: Der 4:0-Testspielsieg gegen den Schweizer Zweitligisten Vaduz blieb das einzige Spiel unter seiner Verantwortung. Welcher wackere Trainer kann sich schon eine hundertprozentige Siegesbilanz ans Revers heften? Nun also Roland Kirchler: Zwar kann der neue Cheftrainer des FC Wacker Innsbruck noch keine Erfahrung im bezahlten Fußball vorweisen, heimste dafür aber schon mehr Titel ein als mancher Bundesliga-Coach. Dreimal wurde er der nunmehrige Ex-Trainer der WSG Wattens Vizemeister in der Regionalliga West, in diesem Jahr gelang schließlich mit sechs Punkten Vorsprung der Meistertitel für die Wattener. Der Sprung in den bezahlten Fußball blieb Roli jedoch immer knapp verwehrt. Blau-Weiß Linz und Horn sind mittlerweile in der Ersten Liga zu finden, Wattens wartet noch auf den letzten großen Schritt. Diesen hat Kirchler, der mit den Innsbruckern von 2000 bis 2002 als Spieler seine größten Erfolge feierte, nun selbst vollzogen. Ihm kommt nun die Verantwortung zu, als Trainer den Tiroler Traditionsverein im Jubiläumsjahr 2013 in der Bundesliga zu halten.

Stumpfe Hörner neu poliert

In Oberösterreich weiß derzeit wohl niemand so richtig, woran er ist. Zu unterschiedlich präsentierte sich die Mannschaft ihrem Anhang. Im Cup setzte man sich mit Hängen und Würgen gegen Regionalligist St. Florian durch, dafür sind die Rieder das bisher letzte Team, das dem Ligakrösus aus Salzburg einen Punkteverlust zufügte. Klar scheint nur zu sein: Die Herbstmeister-Zeiten, für die selbst Paul Gludovatz ein Lächeln übrig hatte, sind erst einmal vorbei. Die für Rieder Verhältnisse lange Durststrecke von sechs sieglosen Spielen hintereinander führte sogar zu öffentlichen Unmutsäußerungen über Trainer Heinz Fuchsbichler. Dazu durfte das sonst so verwöhnte Publikum aus sechs Partien nur einen Heimsieg bejubeln. Unruhe kehrte im beschaulichen Innviertel trotzdem nicht ein, im Gegenteil äußerte Fuchsbichler sogar Verständnis für vereinzelte Rücktrittsaufforderungen – und erbat sich Geduld. Dass ein Befreiungsschlag ausgerechnet in der Fremde gelang, verwundert angesichts der notorischen Heimschwäche der Oberösterreicher nicht. Beim mittlerweile voll integrierten Aufsteiger aus Wolfsberg setzte man sich mit 5:2 durch, nutzte die eigenen Möglichkeiten konsequent. Wem gelingt es schon, drei Tore binnen fünf Minuten zu schießen? Selbst der in die Kritik geratende René Gartler trat seit Runde 4 wieder als Torschütze in Erscheinung. Zuwachs gibt es womöglich auch für das ÖFB-Team: Goalie Thomas Gebauer ist seit wenigen Tagen österreichischer Staatsbürger. Ried scheint sich also rechtzeitig vor dem Gastauftritt auf dem Tivoli wieder in Stellung gebracht zu haben. Tabellenplatz Acht genügt den sonst so gehobenen Rieder Ansprüchen nicht wirklich.

Mit leeren Händen nach Hause

Viele Sorgen in der „Keine-Sorgen-Arena“ taten sich für unsere Schwarz-Grünen im August auf. 90 Minuten lang beschäftigte Wacker Innsbruck die Gastgeber sehr intensiv, musste aber schon in der ersten Hälfte auf ein verdientes Tor von Marcel Schreter wegen vorangegangenen Foulspiels verzichten. Im Vergleich zu den ersten Saisonspielen steigerte sich Schwarz-Grün deutlich, vor allem die nicht immer sattelfeste Abwehr stand im Innviertel weitgehend sicher – gereicht hat es trotzdem nicht. Im Vergleich zu den Innsbruckern konzentrierte sich Ried auf das Wesentliche und machte die erforderlichen Treffer. Thomas Reifeltshammer und der Spanier Guillem hießen die Spielverderber der Oberösterreicher, die sich trotz wackerer Feldüberlegenheit nie aufgaben. Dass ein Sieg des Tiroler Traditionsvereins mehr als machbar gewesen wäre, schien danach nur die wenigsten zu interessieren. Denn Punkte hätte man schon damals mehr als nötig gehabt. Neun Runden später wird sich unser FC Wacker Innsbruck neben Roli Kirchler als neuem Cheftrainer noch auf zwei anderen Positionen mit verändertem Gesicht präsentieren: Kapitän Tomas Abraham wird seine Rot-Sperre aus dem Admira-Match absitzen und auch Marco Kofler wird nach fünf Gelben Karten der Innenverteidigung erst wieder beim Auswärtsspiel in Mattersburg zur Verfügung stehen. Improvisation wird also schon im ersten Spiel der neuen Trainer-Ära notwendig sein.

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 12. Runde
FC Wacker Innsbruck – SV Josko Ried
Samstag, 20. Oktober 2012, 18:30 Uhr
Tivoli Stadion Tirol, Innsbruck
SR Mag. Markus Hameter

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