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IIer Teams

Wacker II: Zu Gast bei der Bullen-„Kaderschmiede“

Deutlicher könnten die Unterschiede nicht sein: Das neu aus der Taufe gehobene Farmteam des Salzburger Bundesligisten empfängt die zweite Herrenmannschaft des Tiroler Traditionsvereins. Beide wollen jungen Spielern ein Sprungbrett für den Profifußball bieten, wobei der FC Liefering dies über kurz oder lang in der Ersten Liga tun möchte.

Ein Wirrwarr der Namen

Anif, Juniors, Liefering – oder wie? Das Lizenzgeschiebe des Salzburger Getränkekonzerns hat die Westliga über den Sommer gehörig durcheinander gewirbelt. Was war passiert? Noch nie machten die Mozartstädter ein Geheimnis daraus, zu Ausbildungszwecken über ein Team in der Ersten Liga verfügen zu wollen. Durch die Ligareform im Jahr 2010 war für die Juniorbullen allerdings Schluss mit dem Profifußball – es brauchte also findige Ideen, um die Regionalliga wieder verlassen zu können. Die Gerüchteküche brodelte, bis sich im Frühjahr 2012 der Nebel lichtete: Der USK Anif, in der abgelaufenen Saison immerhin Vizemeister, diente als Vereinskörper um dem neu geschaffenen FC Liefering den Aufstieg in die Erste Liga ermöglichen zu können. Vorteil: Da der Klub ohne Lizenz des Mateschitz-Imperiums ins Rennen geht, kann man das Aufstiegsverbot für Amateurteams geschickt umgehen. Im Gegenzug wechselten die RB Juniors nach Anif zum neu gegründeten „FC Anif“ und bildeten eine Spielgemeinschaft, um weiterhin auch über eine Plattform in der dritten Liga verfügen zu können: Fußball-Logik – made in Salzburg.

Bekannte Gesichter

So kompliziert jenes Wechselspiel auch ist, umso prominenter liest sich die Kaderliste der Lieferinger. Mit René Aufhauser und den Ex-Tirolern Wolfi Mair und Andi Bammer wurden an Schlüsselpositionen Leistungsträger verpflichtet, um die ansonsten blutjunge Mannschaft an das Profigeschäft heranzuführen. Komplettiert wird das Retortenteam von einigen Spielern, die zwar über Bundesliga-Erfahrung verfügen, den Durchbruch allerdings nie richtig schafften. Wer erinnert sich noch an Florian Metz oder Mario Konrad? Die jüngsten Schlagzeilen rund um das neue Farmteam leistete sich Salzburgs Sportdirektor Ralf Rangnick, der Douglas da Silva, Cristiano, Leonardo und Joaquin Boghossian aus dem Salzburger Bundesliga-Team in die Regionalliga verpflanzte – mangels Perspektiven. Unter Wettbewerbsbedingungen wird man die abgeschobenen Akteure allerdings nicht zu sehen bekommen. Zur Überraschung vieler Experten startete die bunt zusammengewürfelte Mannschaft von Beginn an durch: Nach zehn Runden musste Liefering nur eine einzige Niederlage hinnehmen und liegt damit klar im Soll. Einige interessante Nachwuchsakteure machten dazu bereits auf sich aufmerksam: So führt der Kroate Josip Coric mit acht Treffern die Torschützenliste an. Die einzigen, die den Minibullen die Meisterschaft heuer wohl ernsthaft streitig machen können, sind die Spieler der Salzburger Austria. Drei Punkte Vorsprung vor dem FC Liefering sind allerdings kein beruhigendes Polster.

Stark ersatzgeschwächt

Starke Personalsorgen plagten Wacker-Trainer Werner Löberbauer beim Heimspiel gegen Bregenz und werden ihn auch in Salzburg wohl nicht loslassen. Alexander Gründler und Dominik Popp werden krankheitsbedingt ausfallen. Neu hinzukommen wird Michael Simic, der sich bereits gegen Bregenz mit Beschwerden plagte. Mit Knieproblemen wird dazu Benjamin Fodor ausfallen. Der Südtiroler kämpft nach wie vor mit seinem Knie und wird voraussichtlich in der nächsten Woche wieder mit dem Lauftraining anfangen können. Auf Heimaturlaub befindet sich weiterhin Naoki Otsuka und wird dem wackeren Mittelfeld fehlen. Und Sascha Wörgetter, Kevin Nitzlnader und Martin Bstieler warten für ihren samstäglichen Einsatz noch auf eine Freigabe des Bundesheeres, womit sich dem Trainerteam kurzfristig Hoffnung auf etwas mehr Auswahl machen kann. Manch positives lässt sich allerdings auch aus dem Spiel gegen die Vorarlberger Gäste ziehen. Arg dezimiert wehrten sich die Jungwackerianer tapfer, standen sich mit einem selbst verschuldeten Strafstoß und dem zu späten Krismer-Anschlusstreffer zum 1:2 aber oftmals selbst im Weg. In dem erwartet schweren Spiel in Salzburg sieht Werner Löberbauer aber auch die Chance für seine Wackerfohlen, sich erneut unter schwierigen Bedingungen für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Spieldaten:
Regionalliga West, 11. Runde
Samstag, 29. September 2012, 15:30 Uhr
FC Liefering – FC Wacker Innsbruck II
Platz 1, Akademie Liefering
SR Walter Feurle

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