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Kampfmannschaft

Aller guten Dinge sind Drei

Null Punkte nach zwei Spielen. Was mancherorts Unruhe auslöst, soll beim Tiroler Traditionsverein zur anvisierten Trotzreaktion führen. Den kommenden Gegner unserer Schwarz-Grünen wird man eher zum schwierigeren Kaliber der Liga zählen dürfen – immerhin wartet Wacker Innsbruck seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga auf einen vollen Erfolg.

Altbewährt und immer neu belebt

Fast schon stürmisch ging es in den letzten Monaten im Innviertel zu. Der schon scheinbar unersetzliche Trainer Paul Gludovatz strich im Frühjahr die Segel, um sich bei Sturm kurzzeitig dem Sportdirektor-Posten hinzugeben. Unter dem Übergangsduo Angerschmid/Schweitzer kehrte schnell wieder jene Ruhe in das 10.000-Einwohner-Städtchen ein, für die der Neue auf der Trainerbank schon länger bekannt ist. Das lange Schweigen von Ried-Manager Stefan Reiter über den neuen Coach führte im Vorfeld zu wilden Spekulationen, bei denen einige Journalistenvertreter bereits den viel beschriebenen „Sensationstransfer“ gerochen haben wollten. Als sich nun Heinz Fuchsbichler erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, kehrte aber schnell Gewissheit ein: Das wichtigste in Ried ist und bleibt das sportliche Konzept. Einen Pacult oder Hickersberger wird man in Oberösterreich auf längere Zeit wohl eher nicht antreffen. Gerade deswegen brachte der auf Kontinuität und Bodenstätigkeit ausgelegte Fahrplan in den letzten Jahren vielleicht so viele Erfolgserlebnisse zu Tage. Vizemeister 2007, Cupsieger 1998 und 2011 sowie die Herbstmeisterschaften 2010 und 2011 sprechen da eine deutliche Sprache. Als Leistungsträger immer dabei: Spieler, die in Ried ihren zweiten Fußballfrühling erleben und junge Eigengewächse aus der gut arbeitenden Kaderschmiede. Ein perfektes Umfeld also für Heinz Fuchsbichler, der sich in der Vergangenheit eher in der Ersten Liga austoben durfte. Nur im Jahr 2008 konnte der 44jährige für wenige Monate Bundesliga-Luft schnuppern, als er die Altacher vor dem Abstieg bewahrte. Nach Abenteuern in Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten soll das beschauliche Innviertel die zweite Chance sein, in Österreichs höchster Spielklasse Fuß zu fassen.

Resteverwerter

Neben dem neuen Trainer nahmen die Rieder über den Sommer erneut Akteure unter Vertrag, die von Erfahrung und Qualität locker bei manchem Großklub mithalten könnten. Prominentester Neuzugang ist für der von Rapid verpflichtete René Gartler. Fast zwei Jahrzehnte blieb der 26jährige Stürmer seiner großen Liebe aus Hütteldorf treu, ehe Trainer Peter Schöttel einen Schlussstrich unter die Langzeitbeziehung setzte. Als „Wunschspieler“ bezeichnet Reiter auch einen waschechten Tiroler. Clemens Walch, der in Stuttgart und Kaiserslautern nicht wirklich über den Talentstatus hinaus kam, soll in Ried künftig zum Stammpersonal zählen und nach den Abgängen von Stefan Lexa und Daniel Beichler dem Mittelfeld neuen Schwung verleihen. Dazu kamen mit Andreas Schicker und Mario Reiter zwei Ergänzungen aus Wiener Neustadt , die sich in der letzten Saison unter Peter Stöger einen Namen gemacht haben.

Nervenflattern

Wohin die Reise für die Oberösterreicher heuer gehen soll, scheint noch nicht ganz klar. Im Europacup schaffte der Cupfinalist von 2012 zwar den Aufstieg in die nächste Runde. Spielerisch geglänzt hat die Fuchsbichler-Elf aber eher selten. Zum Bundesliga-Auftakt siegte man sich in der Südstadt zu einem 2:0, ehe man im nächsten Heimspiel dem WAC zu seinem ersten Erstliga-Sieg überhaupt verhalf. Ungewohnt zweikampfschwach und geistesabwesend verschreckte man das sonst eher verwöhnte Publikum in der Keine-Sorgen-Arena. Funktioniert hat allerdings wie immer das Rieder Flügelspiel, das durch Rookie Markus Grössinger zusätzlichen Auftrieb erhielt. Aufzuarbeiten gab es trotz allem einiges, nicht nur weil man gegen die Kärntner die erste Pflichtspiel-Niederlage kassierte. Denn trotz sonst guter Ergebnisse blieben die spielerischen Defizite offensichtlich. Ohne die beiden Südstadt-Treffer René Gartlers wäre der Rieder Sieg zum Saisnauftakt wohl nie zustande gekommen.

Der nächste Anlauf

Auf jene begehrten drei Punkte muss unsere Mannschaft noch warten, blieb sie doch in den ersten beiden Spielen dieser Saison unter ihren Möglichkeiten. Im Heimspiel gegen die Admira durfte sich Walter Kogler zwar über eine deutliche Steigerung seiner Mannschaft freuen, mit teilweise selbst verschuldeten Fehlern verdarben sich unsere Schwarz-Grünen aber den sonst verdienten Lohn. „Ruhe bewahren“ war in den letzten Tagen also oberstes Gebot sowohl im alltäglichen Trainingsbetrieb als auch für die nicht hundertprozentig einsatzbereiten Martin Svejnoha und Tomas Abraham. Welcher schwarz-grüne Akteur daher von Beginn an den Rieder Rasen betreten wird, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis von Walter Kogler.

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 3. Runde
SV Josko Ried – FC Wacker Innsbruck
Sonntag, 5. August 2012, 16:00 Uhr
Keine-Sorgen-Arena, Ried
SR Mag. Markus Hameter

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