Nach dem Unentschieden in der Südstadt peilt unser FC Wacker Innsbruck beim kommenden Heimspiel erneut drei Punkte an, um Anschluss zu den unmittelbar vorab platzierten Admira und Sturm halten zu können. Der Weg dahin führt über eine der positiven Erscheinungen dieser Saison, den SC Wiener Neustadt.

Die Stunde Null

Mit den Niederösterreichern kommt eine Mannschaft auf das Tivoli, für die der Saisonverlauf von vielen Experten bereits vorgezeichnet schien. Mäzen Frank Stronach hatte nach gerade einmal drei Jahren die Lust an seinem „Spielzeug" aus der Garnisonsstadt verloren. Das gescheiterte Stadionprojekt und der Krach mit Niederösterreichs Landesregierung über dessen Finanzierung besiegelten schließlich alle Ambitionen des Austro-Kanadiers. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Die finanziellen Möglichkeiten schwanden und machten vielen Leistungsträgern einen Wechsel schnell schmackhaft. So stehen die beiden hoffnungsvollsten Talente Alexander Grünwald und Guido Burgstaller beispielsweise bei den Wiener Großklubs unter Vertrag und auch Trainer Peter Schöttel zog es zurück zur alten Heimat Hütteldorf. Im Winter verabschiedete sich auch noch Tomas Simkovic zur Austria.

Erfrischend anders

So stand der neu verpflichtete Coach Peter Stöger vor einer Mammutaufgabe. Die verbliebenen Spieler im Kader sahen sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert und viele aus dem eigenen Nachwuchs hatten wenig bis gar keine Bundesliga-Erfahrung. Doch dann gelang dem 46jährigen Wiener etwas, das ihm nur die wenigsten vorher zutrauten. Mit seiner ruhig-besonnenen Art schafft es Stöger, seiner Mannschaft neues Selbstvertrauen einzuhauchen und aus dem Kreis der Verbliebenen neue Führungsspieler zu formen - die schon in der Vorsaison aufgefallenen Michael Madl und Andreas Schicker sind einige von ihnen. Neu hinzu kamen zum Beispiel Mario Pollhammer, der Stöger vom GAK folgte und mit Danijel Prskalo eine Option für den Sturm - selbst der von Rapid ausgeliehene Christoph Saurer fand bei den Niederösterreichern vorläufig einen festen Platz. Als Senkrechtstarter schlechthin muss allerdings Goalie Jörg Siebenhandl herhalten. Schon in Runde Eins machte der junge Torhüter mit einem Treffer auf sich aufmerksam, der eigentlich als Abschlag gedacht war und schließlich den Weg über das komplette Spielfeld ins Tor fand. Siebenhandl sitzt dank seiner souveränen Art fest im Sattel und der erste Einsatz im ÖFB-Teamdress wird womöglich nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Schwer auszurechnen und flexibel - so markant lässt sich die Taktik von Walter Kogler vom vergangenen Auswärtsauftritt in der Südstadt wohl am besten beschreiben. Zwar wird sich die Mannschaft am Samstag vor allem dank der Rückkehr von Tomas Abraham und Daniel Schütz wieder mit einem anderen Gesicht präsentieren. Das Dreier-Angriffsnetz mit Schreter, Perstaller und Wernitznig könnte dafür gegen die Stöger-Elf erneut eine Überlegung wert sein. Schlechte Nachrichten gibt es für eine weitere Stütze im Mittelfeld: Peter Hackmair, ohnehin durch seine Knieprobleme gestraft, musste sich am Donnerstag erneut einer OP unterziehen und wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Weiter verletzt bleiben wird dazu Thomas Bergmann, dessen Rückkehr-Zeitpunkt noch nicht vorhergesagt werden kann.

Bislang ungeschlagen

Das bisher einzige Heimspiel gegen die Niederösterreicher ging klar an den FC Wacker Innsbruck: Miran Burgic und Momo Ildiz stellten in der zweiten Hälfte der im Oktober 2011 ausgetragenen Partie die Weichen auf Sieg. Torlos und relativ ereignisarm präsentierten sich im Gegensatz dazu die Auftritte der Schwarz-Grünen im Wiener Neustädter Stadion. Zweimal trennten sich beide Mannschaften mit einem 0:0-Unentschieden. Als Remis-König ist Wiener Neustadt ohnehin bekannt - 13 mal, genauso oft wie unser FC Wacker Innsbruck, mussten die Blau-Weißen eine Punkteteilung hinnehmen. Achtmal davon blieb man gar ohne einen einzigen Treffer. Auch in der letzten Runde bewunderten die Fans der Niederösterreicher ein 0:0, diesmal gegen Kapfenberg. Auch wenn die Elf von Peter Stöger damit das siebte Spiel in Folge sieglos ist, hat man damit den Tabellenletzten elegant auf Distanz gehalten und den Abstieg der Obersteirer wohl endgültig besiegelt. So können beide Teams ohne großen Druck in die kommende Partie am Samstag gehen.

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 31. Runde
FC Wacker Innsbruck - SC Wiener Neustadt
Samstag, 21. April 2012, 16:00 Uhr
Tivoli Stadion Tirol, Innsbruck
SR Dominik Ouschan

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