Ein FC Wacker Innsbruck, der sich nicht abschütteln lässt und eine verunsicherte Wiener Austria vor einer ungewissen Zukunft: Die Voraussetzungen für ein positives Abschneiden der Mannschaft von Walter Kogler stehen beim Auswärtsspiel in der Generali-Arena nicht schlecht . Eine Saison, zwei Gesichter

Viele Tore, schöner Fußball, intakte Meisterchance: Dies und manches mehr brachten die Austria-Fans mit ihrer Mannschaft in Verbindung, als sie im Herbstdurchgang zu den Heimspielen an den Verteilerkreis strömten. Zwar war schon damals das eine oder andere nur schöner Schein, denn so viel Tore die Veilchen auch schossen, fast genauso viele bekamen sie auch. Der damals vermeintlich fest im Sattel sitzende Karl Daxbacher wusste seine Taktik mit dem betont offensiv ausgerichteten Akzent gut zu verkaufen und nicht zuletzt kam ihm auch sein Bonus als Austria-Urgestein zu Gute. Den Abgang des Langzeit-Trainers besiegelte schließlich eine Negativ-Serie zur Winterpause, von der man dachte, sie sei der Tiefpunkt dieser Spielzeit. Ein Sieg aus neun Partien - das war zu viel für die erfolgsverwöhnten Wiener und die Ära Daxbacher, der seine Austria immerhin zum Cupsieg 2009 führte, war Geschichte.

Absturz eines Heilsbringers

Zu Beginn des neuen Jahres war nicht nur der Trainer neu in Wien-Favoriten: Der von den Ostliga-Amateuren beförderte Ivica Vastic musste künftig ohne die für das Austria-Spiel so wichtigen Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite auskommen. Nicht wenige dachten, dass der Abgang der ehemaligen Leistungsträger jener neuen Ausrichtung unter Vastic sogar entgegenkommen könnte. Denn Österreichs einziger EM-Torschütze, dessen Vertrag nur bei erfolgreicher Europacup-Qualifikation verlängert wird, sollte vor allem die Defensive wieder stabilisieren und so das taktische Konzept an die neue Mannschaft anpassen. Zwar gelang es Vastic, in diesem Punkt für Ruhe zu sorgen: Kassierten die Veilchen bis zum Winter ganze 30 Treffer, so musste Heinz Lindner seither gerade einmal sieben Mal hinter sich greifen. Dafür riss man sich wohl selbst eine neue Baustelle auf: Der unter Daxbacher als Goalgetter gefeierte Roland Linz muss sich unter Vastic mit einer Joker-Rolle zufrieden geben und der erst im Winter von Sturm geholte Roman Kienast verhungert als einzige Angriffsspitze im sprichwörtlichen Sinne. Häufig auftretende Flüchtigkeitsfehler kosteten wichtige Punkte, gegen Salzburg und Sturm kassierte man erst in der Nachspielzeit jeweils den Gegentreffer zum Ausgleich - im Ergebnis fand sich danach sogar Kapitän Manuel Ortlechner gegen Ried auf der Bank wieder. Als besondere Schmach vermag man im violetten Lager die beiden 0:1-Niederlagen im Frühjahr gegen Kapfenberg empfinden - keine Mannschaft verlor gegen den künftigen Erstligisten häufiger als die Wiener Austria.

Zeit für Experimente

Auch wenn von der Vastic-Elf im Franz-Fekete-Stadion nur wenig Gefahr ausging, versuchte man mit etwas Rotation im Mittelfeld für etwas Undurchsichtigkeit zu sorgen. Das neue Mittelfeld aus Alexander Gorgon, Tomas Simkovic, Florian Klein, Markus Suttner und Florian Mader war häufig auf unterschiedlichen Positionen zu finden. Suttner trat unmittelbar vor der Abwehr in Erscheinung und Gorgon agierte als hängende Spitze hinter Roman Kienast. Gut möglich, dass die Austria auch gegen die Gäste aus Tirol mit einem ähnlichen System versucht, zum Erfolg zu kommen. Aber auch die Mannschaft von Walter Kogler ist mit ihrem neuen 4-3-3-System angriffslustiger geworden, was das Spiel für Taktikliebhaber äußerst interessant machen dürfte. Bis auf die Langzeitverletzten Peter Hackmair, Thomas Bergmann und Thomas Löffler werden aller Voraussicht nach alle Spieler auflaufen können. Bei den Gastgebern aus Wien wird es hingegen Veränderungen geben: Manuel Ortlechner sah nach dem ersten verschuldeten Elfmeter glatt Rot und darf gegen unsere Schwarz-Grünen nur zusehen. Als Ersatzkapitän wird vermutlich Georg Margreitter fungieren.

Ein Sieg wäre fein

Der letzte volle Erfolg unserer Schwarz-Grünen, übrigens auch in der Generali-Arena, liegt schon fast zwei Jahre zurück: Im August 2010 schenkte die Kogler-Elf den Veilchen gleich drei Treffer ein und setzte einmal mehr eine Duftmarke nach der Bundesliga-Rückkehr. In dieser Saison blieb der FC Wacker Innsbruck in der Herbstmeisterschaft mit einem 0:0 und einem 2:2 noch ungeschlagen gegen die Violetten, erst im März 2012 musste sich die Elf von Walter Kogler mit 0:1 auf dem Tivoli geschlagen geben. Alexander Gorgon hieß damals der Spielverderber in der 68. Minute. Dennoch bleibt festzuhalten: Mit fünf Siegen im Frühjahr hat der FC Wacker Innsbruck einen Erfolg mehr am Konto als die Wiener Austria, die man mit weiteren drei Punkten sogar in der Tabelle überholen könnte.

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 32. Runde
FK Austria Wien - FC Wacker Innsbruck
Samstag, 28. April 2012, 16:00 Uhr
Generali-Arena, Wien
SR Robert Schörgenhofer

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