Am Sonntag öffnen sich die Tore des Tivoli Stadions ein letztes Mal, bevor sich der FC Wacker Innsbruck in die Sommerpause verabschieden wird. Dem Vorjahresmeister Sturm Graz möchte die Mannschaft ein Bein stellen - und hofft eine tolle Zuschauerkulisse zum Abschied, der für einige endgültig ist.

 

Das Glück ist ein Vogerl

Graz, vor genau einem Jahr: Freudentränen, Bierduschen und Konfettiregen. Genauso unerwartet wie beklatscht wurde der dritte Meistertitel der Steirer. Unser FC Wacker Innsbruck verlor damals mit 1:2 und war bei der Meisterfeier von Sturm nur Randnotiz. Wie gern mögen sich die schwarz-weißen Fans an jene Zeiten zurückerinnern, wenn sie die jetzige Saison im Kopf haben. Richtig in Schwung kamen die Grazer nie, die Champions League verpasste die Foda-Truppe und auch in der heimischen Liga machte man einen Schritt nach vorn und zwei zurück. Die Ursachen sind schnell gefunden: Mit 35 Punkten in der UPC-Arena ist man das heimstärkste Team, auf fremden Plätzen zeigte Sturm aber ein ganz anderes Gesicht und liegt dort gerade mal auf dem vorletzten Platz. Im Dezember war dann auch Schluss mit dem Europacup-Abenteuer der Steirer. Die Unzufriedenheit in und um den Verein sollte sich aber erst im neuen Jahr artikulieren.

Familienkrach

Wer nun eine Aufholjagd nach der Winterpause erwartete, wurde bitter enttäuscht. Sturm blieb im biederen Mittelfeld verwurzelt und nicht die bisherigen vier Siege machten alle Meisterambitionen zunichte, vor allem die rekordverdächtigen neun Unentschieden machen den Grazern zu schaffen. Trainer Franco Foda, der nie richtig mit dem neuen Präsidenten Christian Jauk warm wurde, spielte schon früh in der Saison mit Abschiedsgedanken. Lange Zeit als neuer ÖFB-Teamchef gehandelt, versuchte Foda noch einmal mit seinem Modell eines Teammanagers nach englischem Vorbild Boden gut zu machen - vergeblich. Stattdessen wurde ihm der von Ried losgeeiste Paul Gludovatz als neuer sportlicher Geschäftsführer vor die Nase gesetzt. Nach dem Cup-Aus gegen Hartberg war Fodas Ära bei Sturm Graz beendet. Die im Nachhinein von Gludovatz getätigten Aussagen, die Beurlaubung Fodas sei „überfällig" gewesen, trugen ihren Teil zur schmutzigen Scheidung bei. Eine offizielle Verabschiedung des Ex-Trainers in Graz liegt mittlerweile auf Eis - auch wenn sich der 46jährige Deutsche eine Rückkehr in die Steirermetropole eines Tages gut vorstellen kann.

Zwischen den Fronten

Seither liegt die Verantwortung bei Fodas bisherigem Co-Trainer Thomas Kristl, der sich wohl gut eine längerfristige Bestellung zum Cheftrainer vorstellen kann. Gludovatz als neuer starker Mann im sportlichen Bereich hat aber bereits klar gemacht, dass für den Foda-Getreuen Kristl nach dieser Saison Schluss auf dem Chefsessel sein wird. Kristl selbst versuchte früh eigene Schwerpunkte zu setzen, im Steirerderby standen gar elf Österreicher in der Startformation. Erfolgreicher als unter Foda agierte Sturm aber auch nicht, das 0:3 daheim gegen die Admira bedeutete vielmehr das Aus aller Europacup-Träume. Der FC Wacker Innsbruck musste sich spätestens seit dem 3:6 gegen Mattersburg mit einer ähnlichen Situation auseinandersetzen. Stattdessen möchte unsere Mannschaft einen versöhnlichen Saisonabschluss zustande bringen und möglicherweise in der Tabelle noch einen oder zwei Plätze gut machen.

Weiße Weste zum Verteidigen

Anknüpfen möchte Walter Kogler an das erste Aufeinandertreffen beider Teams in Innsbruck. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen bescherte Wackers neuer Top-Torschütze Christopher Wernitznig seinem Trainer das richtige Geschenk: Schwarz-Grün gewann sein Heimspiel gegen Sturm mit 1:0. Auch sonst ging es heuer immer eng zu zwischen den Steirern und dem Tiroler Traditionsverein. Im September 2011 schenkten sich beide Teams wenig und ein von Tomas Abraham verwerteter Kopfball sicherte ein 1:1-Remis in der UPC-Arena. Die erste und bisher einzige Niederlage setzte es ebenfalls im fernen Graz, bei der Wacker Innsbruck knapp mit 0:1 dem noch amtierenden Meister unterlag.

„Gemeinsam gewinnen" mit den IKB

Während sich ein Großteil der Mannschaft in Kürze in den Sommerurlaub verabschiedet, werden einige Spieler Innsbruck für immer verlassen. Inaki Bea, Miran Burgic und Bülent Bilgen werden am Sonntag ein letztes Mal den Rasen des Tivoli Stadions betreten. Burgic selbst ist nach seiner Roten Karte in Ried zwar nicht spielberechtigt, wird aber trotzdem anwesend sein. Auch Marco Kofler wird gegen Sturm Graz eine Runde aussetzen müssen, sah er doch am Donnerstag seine neunte Gelbe Karte, was die Einsatzchancen Beas deutlich erhöht. Zu diesem wohl besonders emotionalen Spiel kommt der FC Wacker Innsbruck einmal mehr seiner gesellschaftlichen Verantwortung nach und lädt mehrere hundert Menschen sowie deren Angehörige der Lebenshilfe Tirol in das Tivoli Stadion Tirol ein. Auch das Fußballteam der Lebenshilfe, die „Innsbrucker Kicker", wird auf den Rängen unseren Schwarz-Grünen auf die Füße schauen. Unterstützt wird die Aktion von den Innsbrucker Kommunalbetrieben, die die Patenschaft für das Spiel gegen Sturm Graz übernommen haben. Lasst uns gemeinsam eine stimmungsvolle und beeindruckende Atmosphäre zum Saisonabschluss schaffen!

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 35. Runde
FC Wacker Innsbruck - SK Puntigamer Sturm Graz
Sonntag, 13. Mai 2012, 16:00 Uhr
Tivoli Stadion Tirol, Innsbruck
SR Damien Carrel (SUI)

 

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