Was am 16. Juli 2011 in Kapfenberg begann, findet am kommenden Donnerstag im Gerhard-Hanappi-Stadion sein Ende: Der FC Wacker Innsbruck beschließt die Saison 2011/2012 beim SK Rapid Wien.

Auf Konsolidierungskurs

Düster waren die Zukunftsaussichten im Westen Wiens. Nach dem Platzsturm zum Ende der letzten Saison und dem unschönen Abgang Peter Pacults war nicht nur das Verhältnis zwischen Fans und Verantwortlichen deutlich gestört. Auch sportlich war nicht recht klar, wohin die Reise für den Rekordmeister heuer gehen sollte. Der von Wiener Neustadt heimgeholte Peter Schöttel sah sich vor der wohl größten Herausforderung seiner immer noch jungen Trainerkarriere, schließlich sollte der enttäuschende fünfte Platz ein einmaliger Vorgang gewesen sein. Neben der Rehabilitierung auf dem Fußballplatz sollte Schöttel auch im lange Zeit gespannten Verhältnis zwischen Rapid-Führung und Block West vermitteln. Zwar erwischten die Grün-Weißen einen akzeptablen Saisonstart mit zwei Siegen in Folge gegen die Admira und Wiener Neustadt, ließen danach aber Federn. Erst spät setzte sich der Rekordmeister im Spitzenfeld fest und übernahm zum Jahreswechsel die Tabellenführung.

Mehr war nicht drin

Dass es am Ende doch nicht zum Meistertitel reichte, lag zum Einen an unnötigen Punkteverlusten zu Beginn des Frühjahrs, zum Anderen aber auch an der beeindruckenden Siegesserie der Salzburger, die seit Anfang März keine Niederlage mehr hinnehmen mussten. Trotz allem blieb die Schöttel-Truppe den Mozartstädtern auf den Fersen, im direkten Duell vor knapp zwei Wochen waren nach dem 0:1 die letzten Meisterträume endgültig ausgeträumt - am Ende sprang immerhin ein Platz in der Europa League-Qualifikation heraus. An einer Sache wird die eigene Fangemeinde aber wohl noch länger zu knabbern haben: Im Duell mit dem violetten Erzfeind blieb man in dieser Spielzeit sieglos, vor allem die beiden torlosen Remis im Frühjahr gehörten zu den wohl unansehnlichsten Spielen dieser Saison.

Zwischen Gewinnern und Verlierern

Zwar müssen die anspruchsvollen Rapid-Fans mindestens ein weiteres Jahr auf den nächsten Meistertitel warten, dafür vollzog sich vor ihren Augen ein personeller Wandel, der ihrer Mannschaft innerhalb eines Jahres ein neues Gesicht verpasste. So sah sich Goalie Helge Payer nach dem Wechsel seines Dauer-Rivalen Raimund Hedl ins Trainerteam endlich als unumstrittene Nummer Eins im Tor, ehe ihm Schöttel den 23jährigen Lukas Königshofer vorzog. Auch die von unserem FC Wacker Innsbruck geholten Harald Pichler und Boris Prokopic schlugen bei den Wienern ein. Pichler gab der Verteidigung die ersehnte Struktur zurück und Prokopic offerierte sich bis zu seinem Kreuzbandriss im April immerhin als ernsthafte Alternative zu Kapitän Steffen Hofmann. Auch junge Spieler bekamen unter Schöttel ihre Chance, mit Lukas Grozurek aus der eigenen Jugend und dem von Kapfenberg verpflichteten Deni Alar stehen der Offensive einige neue Kräfte zur Verfügung, die auf manch alteingesessenen Spieler zusätzlichen Druck ausüben. So scheinen Spieler wie Christopher Drazan oder Thomas Prager in ihrer Entwicklung eher stehen geblieben zu sein.

Die Schreter-Festspiele

Das Jahr 2011 war für den Tiroler Traditionsverein kein Gutes, wenn es um die eigene Bilanz gegen die Rapidler geht. Im April und September geriet Schwarz-Grün jeweils mit 0:3 unter die Räder. Danach ging es mit der Formkurve allerdings steil bergauf, es folgte kurz vor Weihnachten ein 0:0 im Hanappi-Stadion, in dem man seit dem Wiederaufstieg immerhin ungeschlagen ist. Das vielleicht beste Spiel der Saison lieferte die Kogler-Elf aber im neuen Jahr ab. Vor knapp 10.000 Zuschauern behielt man in einer packenden Partie mit 2:1 die Oberhand - dank Marcel Schreter. Der mit zehn Jahren am längsten dienende Wackerianer schoss die Innsbrucker schon nach 120 Sekunden in Führung und legte in der elften Minute sogar noch einmal nach. Ein denkwürdiger Fußball-Tag am Tivoli war geschlagen, der nun im Hanappi-Stadion nach Wiederholung schreit.

Danke für eine tolle Saison!

Am Ende klappte es zwar nicht mit einem Europacup-Platz für unseren FC Wacker Innsbruck, dafür ist aber auch in der Mannschaft von Walter Kogler eine Weiterentwicklung erkennbar. In der Abwehr haben sich mit Marco Kofler und Dario Dakovic für die Zukunft zwei neue Stammplatz-Anwärter gefunden. Mit dem wohl größten Leistungssprung trat aber Christopher Wernitznig in Erscheinung, der in dieser Saison den Durchbruch als Kreativspieler schaffte und mit bisher acht Treffern zum torgefährlichsten Spieler bei den Schwarz-Grünen avancierte. Im Hanappi-Stadion werden sie alle erneut in der Verantwortung stehen und möglicherweise offenbart Walter Kogler mit der Aufstellung schon einen kleinen Einblick in die neue Saison. In dieser werden nach ihrer Gelb-Sperre auch wieder Julius Perstaller und eben jener Marco Kofler zur Verfügung stehen. Inaki Bea hat dafür bereits sein letztes Bundesliga-Spiel für Wacker Innsbruck hinter sich gebracht und wird nach seiner fünften Gelben Karte gegen Sturm nur mehr Zuschauer sein.

Spieldaten:
tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, 36. Runde
SK Rapid Wien - FC Wacker Innsbruck

Donnerstag, 17. Mai 2012, 16:00 Uhr
Gerhard-Hanappi-Stadion, Wien
SR Christian Dintar

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